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Neues aus dem Kelsterbacher-Wald

Ende Dezember habe ich mich mit ein bisschen Versorgung und Werkzeug aufgemacht, mir selbst ein Bild von der Besetzung im Kelsterbacher Wald bei Frankfurt zu machen. Ein kleiner Bericht und -natürlich- ein kleiner Aufruf

Nach mehrmaligem Verfahren habe ich dann endlich den richtigen Wald entdeckt. Langsam fahre  ich auf den Waldparkplatz direkt an der Straße. Schon beim aussteigen merke ich, dass der Flughafen nicht weit ist; die Luft scheint zu dröhnen, während startende und landende Flugzeuge über den Wald hinwegziehen. Es ist verdammt kalt, ich kann meinen Atem sehen, aber es ist ein schöner, klarer Tag und schon nach einem kleinen Fußmarsch über einen kleinen Weg in den Wald hinein sind die ersten Spuren der Besetzer zu sehen: Bäume mit weinenden Gesichtern und Dollar-Zeichen auf dem Stamm säumen den Weg, passend zu Weihnachten steht irgendwo "Schöne Bescherung".

Dann sind auch schon die ersten Transparente und dahinter, im Dunkel des Waldes, die ersten Zelte und Hütten zu sehen. Erst als ich schon fast davor stehe, fällt mir auch ein Baumhaus auf. Plötzlich ist der Wald belebt, trotz eisiger Temperaturen sehen ich viele Menschen, die in und um das Dorf herum spatzieren gehen, Holz hacken oder irgendeiner Aufgabe nachgehen. Ich werde angelächelt und betrete staunend das Besetzerdorf. Ein hübscher junger Mann mit langen Dreadlocks blickt freundlich zu mir herüber und ich gehe auf ihn zu und frage ihn, ob er mir irgendwie helfen kann, das Essen und das Material vom Auto ins Dorf zu tragen. Wie sich herausstelt spricht er besser Englisch und wir begeben uns zusammen auf die suche nach einem kleinen Handkarren.

Wärend wir gemeinsam über gefrohrene Pfützen am See entlang zum Auto gehen, erzählt er mir ein bisschen vom Alltag im Dorf. Wir sprechen über die Proteste um den Flughafen, damals und heute, da er nicht aus Deutschland kommt hat er erst hier im Dorf von der Startbahn West gehört. Während wir die Kiste zurück ins Dorf ziehen, erzählen wir uns voneinander und stellen fest, dass wir  so manche Gemeinsamkeiten und ähnliche Pläne haben.

Zurück im Walddorf laden wir die Kiste aus und ich sehe mich ein bisschen um, überall in den Bäumen hängen Baumhäuser, am Boden sehe ich Holz- und Lehmhütten und trotz der Minusgrade sogar Zelte. Menschen in Kletterausrüstung laufen an mir vorbei, jemand spielt Gitarre und Mundharmonika. Mein Helfer zeigt mir die Hütten und die Tanzfläche, die noch vom Unräumbar-Festival da ist. Einige ältere Herrschaften erzählen mir, dass sie das Dorf mit Essen unterstützen und sich freuen, dass es auch heute noch aktiven Widerstand gibt, sie selbst haben sich an den Protesten gegen die Startbahn West beteiligt.

Die Stimmung ist entspannt und ich setze mich zu dem Gitarrenspieler in die Sonne, schließe die Augen und fühle mich diesen Menschen sehr verbunden, die hier in eisiger Kälte und unter einfachsten Bedingungen gegen einen übergroßen Konkurrenten antreten. Als die Sonne hinter den Bäumen mich nicht mehr wärmen kann, helfe ich etwas Feuerholz zu stapeln und setzte mich in eine der beheizten Hütten. Die Menschen dort sitzen beisammen, lachen und reden, einer, der mir als "unser Techniker" vorgestellt wird, versucht den Anderen einen Plan vorzuschlagen, aber ich verstehe nicht so genau um was es geht.

Langsam wird es Zeit für mich und ich verabschiede mich von der fröhlichen Runde, wünsche allen viel Glück und spatziere am See entlang zurück zum Auto. Einmal mehr weiß ich, wofür es sich lohnt, zu kämpfen und einmal mehr weiß ich, dass wir viele sind. Und wir sind stark und lebendig.

 

Leider sieht es im Moment so aus, als ob das Walddorf nun bald geräumt werden wird. Deshalb ist es wichtig, dass sich iele Menschen mit den Besetzern solidarisieren.

Für Montag, den 12.1.09 ab 8.00 ist daher eine Online-Demonstration geplant. An dieser Form des Protests kann sich jeder, egal wo er sich gerade befindet und was er gerade tut, beteiligen. Mehr Infos dazu gibt es unter http://waldbesetzung.blogsport.de/2009/01/09/online-demo-gegen-fraport/  

Der einfachste Weg, sich an dieser Aktion zu beteiligen ist über die Website http://www.freewebs.com/frastop1/index.html Diese sendet automatisch Anfragen an den Server von Fraport. So wird dieser im besten Falle völlig lahm gelegt. Diese Form des Protests nennt sich virtueller Sit-In

Insgesamt soll der Sit-In gegen Fraport 10 Stunden andauern, wird aber gegebenenfalls noch verlängert.

AM 12.1.09 AB 8 UHR AM VIRTUELLEN SIT-IN TEILNEHMEN!

11.1.09 11:49


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